Dr_Meyer

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Monday, August 17th 2009, 4:04pm

Derivate-Blase

Eines meiner Lieblingsthemen ist ja die Derivate-Blase, da es hier besonders offensichtlich ist, dass die Summe der fiktiven Werte größer als das mehrfache Bruttoinlasprodukt der Welt ist.
Waren Bufet bezeichnete die CDS, die Kreditausfallversicherungen als potenzielle "Massenvernichtungswaffen" des Finanzsystems.

Bei Aktien wird ab einem KGV von 70-90 immer öfter darüber nachgedacht und nachgerechnet, wieviele gute Jahre denn in dieser Bewertung schon eingepreist sind.
Bei den Derivaten ist das schwieriger, das Thema ist komplexer.

Wenn ich in einer Spielbank rasante Gewinne mache, kommt irgendwann, wenn ich 1 Mio Euro setze der Bankdirektor und beendet das Spiel.
Das derzeitige Finansystem setzt keine Grenzen: ich kann im Casino spielen, bis ich 100 Trilliarden Dollar „erwirtschaftet“ habe. Und so lange man nur ein paar Chips an der Kasse in echtes Geld umtauschen will, kann ich mich über die 100 Trilliarden freien.

Aber sobald irgendein Spieler einen nennenswerten Teil seiner Casino-Chips in echtes Geld umtauschen will, kommt es zum Kollaps.

In einem normalen Casino, wäre es irgendwann aufgefallen, wenn der Croupier bei den Chips neue Nullen aufmalen muss, da die Beträge das vorhandene Spielgeld übersteigen.

Im Casino Weltwirtschaft fiel das nicht weiter auf.
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Dr_Meyer

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Monday, August 17th 2009, 4:08pm

RE: Derivate-Blase



Im Casino Weltwirtschaft fiel das nicht weiter auf.
Ein älterer Artikel aus der Zeit: Als Lehmann Pleite ging, wurden für die 400 Mrd Dollar Anleihen von Lehmann ingesagt 365 Mrd Dollar aus Kreditausfallversicherungen fällig.
Habe damals leider nicht mitbekommen, wer alles zahlen musste.

http://www.zeit.de/online/2008/42/querda…rkt-finanzkrise


Als AIG pleite ging, wurde ein Großteil des Bailout Geldes gebraucht, um Forderungen aus CDS-Derivaten zu zahlen:
nach heftigen Zetern wurden nun die Namen der Empfänger veröffentlich: Goldman Sachs, Deutsche Bank , Societe General.
Ingesamt über 20 Mrd Dollar.

http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/a…zahlung-391031/
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Dr_Meyer

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3

Monday, August 17th 2009, 4:13pm

RE: RE: Derivate-Blase

Interessant ist das hier:
bei der GM Pleite hatten sich die meisten Bond Holder mit CDS-Derivaten gegen die Pleite abgesichert:
http://www.zeit.de/online/2008/42/querda…rkt-finanzkrise
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gruenundblau

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Monday, August 17th 2009, 8:09pm

Eine Blase platzt gewöhnlich und impoldiert danach. D.h., wenn Derivatenblase platzt, dann wird das Volumen stark zurückgehen müssen. Das würde für eine Deflation sprechen.
Um hohe Rendite zu erreichen, muß man hohes Risiko eingehen.
Doch wie hoch wird wohl die Rendite sein, wenn alle in Sicherheit (Gold) flüchten?
[Vogelgrippe-Pandemiestufe 3] [M3 Statistik]
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tut.anch.amun

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5

Monday, August 17th 2009, 8:39pm

Was noch fehlt ist die Summe !

hier ist sie schon annähernd beschrieben:

DIE 700 BILLIONEN DOLLAR BOMBE

Bei diesen Summen mutiert die Verschuldung der Staaten zu einem Kinderpups in der Windel im Sandkasten ;(

Billionen meint nach europäische Rechnung, man könnte es auch als 500 Billionen Euro bezeichnen, je nach Kurs :D

Wünsche

...einen goldigen Tag

Tut
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auratico

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Monday, August 17th 2009, 9:16pm

RE: RE: Derivate-Blase

Quoted

quote='Dr_Meyer',
Habe damals leider nicht mitbekommen, wer alles zahlen musste.


Hier wird wieder einmal, wie so oft, der Nominalwert der Derivate mit deren glattgestelltem Wert nach Aufrechnung aller beteiligten Gegenpositionen verwechselt. Nach dem "Netting" des Lehman-Derivatebuchs wechselten ca. 2% des Nominalwertes von 365 Milliarden $ den Besitzer, alles andere waren Aufrechnungen. Anders als AIG hatte Lehman mit seinen Derivaten ein "relativ" gutes Händchen durch vielfache Absicherung. Von den ursprünglich 900.000 Derivatpositionen von Lehman sind noch ca. 19.000 nicht glattgestellt. Es gibt schier unglaublich viele Fehlinformationen über Derivate, so gefährlich sie auch tatsächlich werden können. Ausgerechnet Warren Buffett hat, trotz seines berühmten Ausspruchs von den "Derivaten als finanzielle Massenvernichtungswaffen", jede Menge Verluste mit seinen zahlreichen Derivatpositionen eingefahren - bis zum heutigen Tag.

Quoted

Als AIG pleite ging, wurde ein Großteil des Bailout Geldes gebraucht, um Forderungen aus CDS-Derivaten zu zahlen:
nach heftigen Zetern wurden nun die Namen der Empfänger veröffentlich: Goldman Sachs, Deutsche Bank , Societe General.
Ingesamt über 20 Mrd Dollar.


Ganz offenkundig hat AIG die dümmste, nachlässigste Derivatenabteilung überhaupt gehabt, und das müssen Goldman, Deutsche Bank etc. auch gewußt haben. Hier liegt der eigentliche Skandal begraben. Sie müssen gewußt haben, dass die Bedingungen, zu denen AIG in seiner Arroganz Kreditausfallgarantien verkauft hat, vollkommen unrealistisch waren. AIG hätte bei fallenden Immobilienpreisen schon viel früher ungleich höhere Preise für die Derivate nehmen und die Bedingungen ändern, sowie sich selbst wiederum - Rendite mindernd - absichern müssen, wie das Goldman ohne Zweifel bei eigenen Emissionen schon längst gemacht hat. Gleichzeitig wußte man auch, daß AIG so groß war, dass man sie im Falle der Pleite - die ja auch eintrat - nicht würde fallen lassen. Ein abgekartetes Spiel gewiss...

Ca. 80% der aktuellen Derivate sind hingegen Zins- und Währungsderivate, keine CDS.

Grüße
auratico

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PatroneLupo

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Monday, August 17th 2009, 10:07pm

Ein ganz neues Wort...derivateblasen ..ich laße für gewöhnlich

meine allerliebste Plutonia am " Zipfi blosn " ....was dann abkühlt und die Gefahr von Brandblasen mindert. :evil: :evil: :evil:

cu DL
Plutonia lebe hoch und Gold ahoi
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BUNDSCHUH

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Monday, August 17th 2009, 10:11pm

Die Kreditkartenblase!

Quoted

USA: "Größter Kreditkartenbetrug aller Zeiten" aufgedeckt
zurück
Die US-Behörden haben den nach eigenen Angaben größten Kreditkartenbetrug aller Zeiten aufgedeckt. Mehr als 130 Millionen Kartennummern seien gestohlen worden, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit.

Betroffen seien unter anderem Kunden des Kreditkartendienstleisters Heartland Payment Systems und der Einzelhandelskette 7-Eleven. Gegen drei Männer sei Anklage erhoben worden.
Newsticker:
http://orf.at/

Quoted


Grösster Kreditkartenbetrug aller Zeiten aufgedeckt

New York - Die US-Behörden haben den nach eigenen Angaben grössten Kreditkartenbetrug aller Zeiten aufgedeckt. Mehr als 130 Millionen Kartennummern seien gestohlen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
http://www.nachrichten.ch/detail/401089.htm

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/kred…nbetrug100.html
[smilie_happy] Humor ist, wenn man's trotzdem macht - sagte der Eunuch! [smilie_happy]

:D :thumbsup: :D Wer anderen eine Grube gräbt ist entweder Totengräber oder baut eine Künette :!: :D :thumbsup: :D

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PatroneLupo

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9

Monday, August 17th 2009, 10:27pm

Naja mit Superlativen sollte man vorsichtig sein...Madoff größter Betrüger aller Zeiten
Adolf....GRÖFAZ....größter Feldherr aller Zeiten
Lupo.....GRÖFAZ..aber hier hat das F eine andere Bedeutung [smilie_happy] [smilie_happy] [smilie_happy]

cu DL...und untersteht euch...ich ziehe euch die Nüsse lang :evil: :evil: :evil:
Plutonia lebe hoch und Gold ahoi
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gruenundblau

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10

Tuesday, August 18th 2009, 12:28am

Der Zeit-Artikel bringt mir wohl Alpträume... Schockierend, einfach nur schockierend

Im Oktober gehts wohl wieder los...
Um hohe Rendite zu erreichen, muß man hohes Risiko eingehen.
Doch wie hoch wird wohl die Rendite sein, wenn alle in Sicherheit (Gold) flüchten?
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tut.anch.amun

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Thursday, August 20th 2009, 7:07pm

Die Hauptakteure...

... wen wunderts, alles alte Bekannte :

Quoted


Für die großen Banken wächst das Risiko aus Kreditderivaten. Einer Untersuchung der Ratingagentur Fitch zufolge halten einige Institute auf dem 26.000 Mrd. $ großen Markt für Kreditausfallderivate (Credit Default Swaps, CDS) mittlerweile sehr große Anteile, das Kontrahenten-Risiko hat sich dadurch erhöht. ....

Die US-Bank JP Morgan Chase ist der Fitch-Studie zufolge zum größten Akteur auf dem Markt geworden und hat damit Goldman Sachs auf Platz zwei abgedrängt. Es folgen Barclays, die Deutsche Bank und Morgan Stanley.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/deriva…igt/556225.html

Die Systemrelevanz läßt mal wieder grüßen :wall: . Nach der Krise ist vor der Krise...gut, das wir daraus gelernt haben :boese: :wall:

Wünsche

...einen goldigen Tag

Tut
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Tollar

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12

Thursday, August 20th 2009, 8:49pm

Ganz offenkundig hat AIG die dümmste, nachlässigste Derivatenabteilung überhaupt gehabt, und das müssen Goldman, Deutsche Bank etc. auch gewußt haben. Hier liegt der eigentliche Skandal begraben. Sie müssen gewußt haben, dass die Bedingungen, zu denen AIG in seiner Arroganz Kreditausfallgarantien verkauft hat, vollkommen unrealistisch waren.
Pure Dummheit wird wohl weniger dahinter gesteckt haben als ein geschickt einfgefaedeltes Spiel. Die AIG musste im Gegensatz zu Lebens- oder Schadensversicherungen keinerlei realistische Risikovorsorge treffen, was die Gebuehren so guenstig machte und es Goldman und Konsorten erlaubte, jede noch so gefaehrliche Wette vollstaendig abzusichern. Moeglich war das, weil das CDS-Geschaeft nicht von Finanzaufsichtsbehoerden reguliert war. Nun muss man aber fragen, warum dieses Geschaeft nicht reguliert war ? Weil es auf Betreiben der Bankenlobby erfolgreich durchgesetzt wurde (Deregulierung). Goldman und Konsorten konnten, wenn sie gewollt haetten, sich natuerlich ausrechnen, dass die AIG unter Stressbedingungen bankrott gehen wuerde, aber dazu waren sie nicht verpflichtet und sie brauchten sich nur auf ihren rechtlichen Anspruch auf Grund ihrer Vertraege mit der AIG berufen. Regierung oder Richter haetten zwar diese Vertraege fuer nichtig erklaeren koennen aber das haette abgesehen von einem noch groesseren Finanzdesaster den USA den Status einer Bananenrepublik eingebracht und den Finanz- und Wirtschaftsstandort USA schwer beschaedigt wenn nicht gar zerstoert. Man konnte daher ziemlich sicher sein, dass der Staat bzw. Steuerzahler einspringen muss um die Leistungen der AIG zu finanzieren. Sicher war das die Mutter aller Wetten, aber sie ist fuer Goldman und Konsorten erfolgreich aufgegangen. Immerhin hat der Steuerzahler ueber die AIG bisher 180 Mrd Dollar den Banken zukommen lassen. Dass die AIG dieses offiziell vom Steuerzahler geliehene Geld jemals wird zurueckzahlen koennen, daran zweifeln sogar die meisten Experten.
Ausser den realwirtschaftlichen Indikatoren und Daten gibt es keinen Grund fuer einen Aktiencrash.
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Xray1

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13

Thursday, August 20th 2009, 9:35pm

Ganz offenkundig hat AIG die dümmste, nachlässigste Derivatenabteilung überhaupt gehabt, und das müssen Goldman, Deutsche Bank etc. auch gewußt haben. Hier liegt der eigentliche Skandal begraben. Sie müssen gewußt haben, dass die Bedingungen, zu denen AIG in seiner Arroganz Kreditausfallgarantien verkauft hat, vollkommen unrealistisch waren.
Pure Dummheit wird wohl weniger dahinter gesteckt haben als ein geschickt einfgefaedeltes Spiel. Die AIG musste im Gegensatz zu Lebens- oder Schadensversicherungen keinerlei realistische Risikovorsorge treffen, was die Gebuehren so guenstig machte und es Goldman und Konsorten erlaubte, jede noch so gefaehrliche Wette vollstaendig abzusichern. Moeglich war das, weil das CDS-Geschaeft nicht von Finanzaufsichtsbehoerden reguliert war. Nun muss man aber fragen, warum dieses Geschaeft nicht reguliert war ? Weil es auf Betreiben der Bankenlobby erfolgreich durchgesetzt wurde (Deregulierung). Goldman und Konsorten konnten, wenn sie gewollt haetten, sich natuerlich ausrechnen, dass die AIG unter Stressbedingungen bankrott gehen wuerde, aber dazu waren sie nicht verpflichtet und sie brauchten sich nur auf ihren rechtlichen Anspruch auf Grund ihrer Vertraege mit der AIG berufen. Regierung oder Richter haetten zwar diese Vertraege fuer nichtig erklaeren koennen aber das haette abgesehen von einem noch groesseren Finanzdesaster den USA den Status einer Bananenrepublik eingebracht und den Finanz- und Wirtschaftsstandort USA schwer beschaedigt wenn nicht gar zerstoert. Man konnte daher ziemlich sicher sein, dass der Staat bzw. Steuerzahler einspringen muss um die Leistungen der AIG zu finanzieren. Sicher war das die Mutter aller Wetten, aber sie ist fuer Goldman und Konsorten erfolgreich aufgegangen. Immerhin hat der Steuerzahler ueber die AIG bisher 180 Mrd Dollar den Banken zukommen lassen. Dass die AIG dieses offiziell vom Steuerzahler geliehene Geld jemals wird zurueckzahlen koennen, daran zweifeln sogar die meisten Experten.


Wenn man denn unbedingt das System hätte retten wollen, wäre wohl aus Steuerzahlersicht die bessere Alternative gewesen, die AIG formal pleite gehen zu lassen. Damit wären erstmal schlicht alle Wettsicherungszahlungen, die dann oder in Zukunft fällig geworden wären, weggefallen, ganz ohne Regulierung.....
Dann hätte man erlittene Ausfälle in jedem Einzelfall nach seiner Systemrelevanz bewertet und genau so viel mit Steuergeldern ausgeglichen, dass die Institute nicht pleite gehen. Die Rückzahlungspflicht läge außerdem dann nicht bei AIG, sondern bei den jeweiligen Banken, bei denen im jetzigen System die Wahrscheinlichkeit, was wieder eintreiben zu können, sicher größer ist als bei AIG.
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Dr_Meyer

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Friday, August 21st 2009, 7:49pm

aktueller Bericht der Ratingagenturen: Fast alles wie gehabt

http://www.handelsblatt.com/finanzen/nac…rivaten;2447818

"Am populärsten unter den Kreditderivaten sind weiterhin CDS auf einzelne Kreditnehmer und auf Indizes, deren Anteil am Kreditderivate-Gesamtmarkt rund 88 Prozent des ausstehenden nominalen Volumens erreicht."

d.h. der Löwenanteil der Derivate ballt sich auf die Versicherung einiger weniger Kreditnehmer.

"...Fachkreise betonen, dass die Abrechnung und Abwicklung - das Clearing - von CDS aber nur bei einem Teil des zuletzt noch immer rund 27 Billionen US-Dollar ausmachenden Marktes möglich sein wird. "

Derivatevolumen: 27.000 Mrd Dollar
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Dr_Meyer

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Wednesday, August 26th 2009, 5:16pm

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=2…id=aslGqw8KjFKE

http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=2…id=aWbTARCo1FEk

Der Elektronik-Konzern Thompson zahlt die fälligen 72,5 Mrd dollar Schulden nicht zurück, die jetzt mit dem Auslaufen einer Anleihe fällig wurden.

Der größte Teil war über Credit Defaukt Swaps versichtert.

Interessanterweise allein 16 Mrd Dollar wurden von Instututionen versichert, die über verschiedenene Händler Accounts CDS abgeschlossen haben,
so dass die gleichzeitig Versicherer und Versicherungsnehmer waren.

Damit wurden an einem Tag 16 Mrd Dollar Forderungen und Leistungen gleichzeitig vernichtet. Bin mal gespannt, wie das in den Bilanzen aussehen wird.

Engagiert waren bei Thompson CDS z.B. Pimpo und Deutsche Bank, ich konnte aber nicht ersehen, auf welcher Seite.


Nach Angaben von Bloomberg wird der Credit default der 72,5 Mrd Anleihe
Zahlungen aus CDS-Verpflichtungen in Höhe von 64 mrd dollar auslösen.

Da der größte teil der CDS erst in jüngster Zeit abgeschlossen wurde, wird wohl diesmal nicht alles AIG zahlen müssen:
im Gegensatz zu Bilanztricksereinen müssen jetzt also irgendwo auf der Welt die Scheckbücher gezückt werden und 64 Mrd dollar bezahlt werden.

Das interessante ist, dass Thompson noch nichtmal richtig pleite ist, sondern die Anleihe umstrukturieren wollte.

In normalen Zeiten hätten sich Schuldner und Gläubiger zusammengesetzt und einen Deal ausgehandelt.

Nun müssen weltweit diverse Parteien auf Schlag 64 Mrd Dollar besorgen.

Sie besitzen danach zwar die Rechte an der Thomson Anleihe, die sicher irgendwo noch werthaltiig ist. Sie werden aber wohl kaum jemanden finden, der die Thomson Anleihe als Sicherheit für einen Kredit akzeptiert.
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