Tuesday, September 30th 2014, 5:50pm

You are not logged in.

Dear visitor, welcome to GoldSeiten-Forum.com. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Fragezeichen

Unregistered

16

Wednesday, March 7th 2012, 7:10pm

Also von den konkreten Zahlen her gesehen, ist das zum jetzigen Zeitpunkt zumindest kaum die Riesenbelastung. Das sind wenigstens Menschen.

Mich regen da die Bankenrettungen weitaus mehr auf, auch wenn unsere Kohle noch ein kleines Weilchjes länger gesichert ist.

This post has been edited 1 times, last edit by "Fragezeichen" (Mar 7th 2012, 7:10pm)


Di=a!na

1000g Mitglied

  • "Di=a!na" started this thread

Date of registration: Sep 1st 2010

Posts: 3,847

  • Send private message

17

Thursday, March 8th 2012, 1:34pm

Na ja.....Sinclair hat das in einem Interview ungefähr so forumuliert: "Man muß sich vorstellen, dass die Verluste der Banken ungefähr so hoch sind, wie die Rettungsgelder"....... natürlich sahnen dabei alle möglichen Executives und Trittbrettfahrer ab...... aber die hätten wahrscheinlich bereits überwiegend die Türen zusperren müssen (bei den Druckorgien von Draghi). Na ja...in der Folge sodann vermutlich..... Bürgerkriege.... Zusammenbruch der Logistiklinien..... Chaos in den Städten.... - dann müßten sich unsere Waffenkundigen sicherlich gleich einen Panzer zulegen ........ wie es Marc Faber prognostizierte..... aber vielleicht haben die Engländer ja deshalb vor, die Panzer in D zu stationieren...... wir können uns ja mal erkundigen, ob die auch an Privatpersonen verleased werden....... Unter diesen Gesichtspunkten machen die Panzerkäufe der Griechen dann auch wieder einen ganz anderen Sinn. Sobald die Banken schließen..... ist wohl die Hölle los in den Städten....
Lieber Gott, lass Hirn regnen!

Fragezeichen

Unregistered

18

Friday, March 9th 2012, 1:49pm

http://www.handelsblatt.com/politik/konj…in/6309018.html

Quoted

Die Umsätze der Einzelhändler fielen im Januar um sechs Prozent zum Vorjahresmonat, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Damit sanken die Erlöse den 19. Monat in Folge.


http://www.handelsblatt.com/politik/inte…en/6310100.html

Quoted

EU Kommission überprüft Spaniens Defizitzahlen

Ende Februar hat Spanien erklärt, der Fehlbetrag liege für das abgelaufene Jahr bei 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Kommission hat mit 6,0 Prozent gerechnet. Auch fürs laufende Jahr liegt die Prognose mit 5,8 Prozent deutlich über den EU-Plänen, die eine Reduzierung auf 4,4 Prozent empfohlen hatten. Dieser geringere Anteil scheint für Spanien wegen der deutlich verschlechterten Wirtschaftslage kaum noch erreichbar.

This post has been edited 2 times, last edit by "Fragezeichen" (Mar 9th 2012, 4:17pm)


Fragezeichen

Unregistered

19

Saturday, March 10th 2012, 8:00am

Natürlich finde ich Zwangsräumungen in Härtefällen falsch, aber jeder Kreditnehmer mit etwas Verstand mußte doch schon vor Jahren sehen, daß das schief gehen kann. Ich hatte doch schon vor Jahren verlinkt, daß die Kredite auf 40 Jahre Tilgung ausgelegt wurden, weil die Konsumenten sie sonst nicht mehr stemmen konnten, vom überbordenden Bauboom mal ganz abgesehen.

http://www.handelsblatt.com/politik/inte…er/6311744.html

Quoted

Unterstützung für überschuldete Hausbesitzer

Spaniens Regierung ermahnt Banken zur Nachsicht mit zahlungsunfähigen Hausbesitzern. So soll die Schuldenlast von Arbeitslosen, Behinderten und ältere Menschen gelindert werden. Gut gemeint, aber zahnlos, sagen Kritiker.

Fragezeichen

Unregistered

20

Sunday, March 11th 2012, 3:09pm

http://www.querschuesse.de/spanien-reale…-seit-mai-1999/
Spanien: reale Einzelhandelsumsätze auf dem tiefsten Stand seit Mai 1999

Fragezeichen

Unregistered

21

Monday, March 12th 2012, 4:33am

http://www.ftd.de/politik/europa/:schuld…d/70007027.html

Quoted

Die sich verschlechternde Finanzlage Spaniens alarmiert nach der EU-Kommission auch die Europäische Zentralbank. "Es sollte nicht versucht werden, die Regeln zu ändern", warnte EZB-Präsident Mario Draghi mit Blick auf das wachsende Haushaltsdefizit. Die Kommission hat eine Delegation nach Madrid geschickt, um die Zahlen zu prüfen.

Mit dem schnell steigenden Schuldenberg fürchten Beobachter, dass auch das letzte Merkmal verschwindet, das Spanien bisher von Krisenländern wie Griechenland unterschied.


http://www.volksblatt.li/Default.aspx?ne…c=sda&region=in

Quoted

Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in Spanien gegen die Arbeitsmarktreformen und Sparmassnahmen der Regierung protestiert. In rund 60 Städten folgten die Menschen einem Aufruf der grössten Gewerkschaften des Landes.

This post has been edited 3 times, last edit by "Fragezeichen" (Mar 12th 2012, 4:40am)


peter63

1000g Mitglied

Date of registration: Dec 15th 2007

Posts: 3,032

Location: Im Osten einer Bananenrepublik

Occupation: unnötig, das Hamsterrad gibst für alle ...

  • Send private message

22

Monday, March 12th 2012, 6:57am

http://www.volksblatt.li/Default.aspx?ne…c=sda&region=in

Quoted

Hunderttausende Menschen haben am Sonntag in Spanien gegen die Arbeitsmarktreformen und Sparmassnahmen der Regierung protestiert. In rund 60 Städten folgten die Menschen einem Aufruf der grössten Gewerkschaften des Landes.


500.000 demonstrieren in Madrid gegen Arbeitsmarktreform
... das wär/ist ja ne ganz schöne Menge :hae:

Das sind ja mal verlässliche und seriöse Zahlen hier in der Spanischen Zeitung :wall:
Klientel-Propaganda mal wieder vom Feinsten. Ich hab diese Lügereien sowas von satt :cursing:

Quoted

Nach Gewerkschaftsangaben befolgten allein in Madrid rund 500 000 Menschen den Protestaufruf. Nach Polizeiangaben nahmen nur 30 000 Menschen an der Demonstration teil.
Messerscharfe Analysen zum Ende des Papier-Geldsystems
von Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank
Mayers Weltwirtschaft

This post has been edited 2 times, last edit by "peter63" (Mar 12th 2012, 7:05am)


goldie08

1000g Mitglied

Date of registration: Mar 20th 2008

Posts: 2,316

  • Send private message

23

Monday, March 12th 2012, 1:07pm

Die Demonstrationen gegen die Arbeitsmarkt-Reformen haben auch einen griffigen Slogan :

Guantanamo laboral, NO !

http://www.flickr.com/photos/thewoodenbi…in/photostream/

;)

Di=a!na

1000g Mitglied

  • "Di=a!na" started this thread

Date of registration: Sep 1st 2010

Posts: 3,847

  • Send private message

24

Monday, March 12th 2012, 2:55pm

Schätze, dass die das Kündigungsrecht so ändern wollen, dass der Arbeitgeber nicht gleich mit dem Arbeitnehmer "zwangsverheiratet" wird. Sie hoffen, dass mehr Leute eingestellt werden, wenn das Arbeitsrecht liberalisiert wird. Im Süden Spaniens gab es eh sowas nicht...... die meisten Leute wurden auf Tagelöhnerbasis "verarztet"............. das ist ja wohl auch auf dem Bau einigermaßen einfach...... das war ja auch deren Hauptindustrie.... und jetzt isses nix mehr mit dem Bauen, weil niemand mehr kauft.... und bereits eh viel zu viel da ist.... am falschen Ort natürlich....
Lieber Gott, lass Hirn regnen!

Desertfighter

5000g Mitglied

  • "Desertfighter" has been banned

Date of registration: Mar 12th 2009

Posts: 9,402

  • Send private message

25

Saturday, March 24th 2012, 6:55pm

Eine Stadt erstickt an Schulden
In Jerez de la Frontera haben Beamte, Altenpfleger und Polizisten schon seit Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Die Heimatstadt des Sherrys ist das Gesicht der Krise in Andalusien, einer Region, in der am Sonntag gewählt wird.

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/in…1.16027231.html

:!:

Desertfighter

5000g Mitglied

  • "Desertfighter" has been banned

Date of registration: Mar 12th 2009

Posts: 9,402

  • Send private message

26

Saturday, March 24th 2012, 6:58pm

Die wahre Bombe liegt in Spanien

Alles blickt nach Griechenland. Die «freiwillige» Umschuldung, die dem griechischen Staat am letzten Wochenende gelungen ist, hat die Wirtschafts-Schlagzeilen dominiert. (Der Deal war für die Bondholder etwa so freiwillig wie ein Geständnis in der Inquisition, aber das ist ein anderes Thema.) Doch nüchtern betrachtet ist es irrelevant, was in Athen genau ausgehandelt wurde. Sicher ist: Gelöst sind die Probleme des Landes nicht, und Griechenland wird in nicht allzu ferner Zukunft ein weiteres, drittes Rettungspaket benötigen.

Nein, die wahre Prüfung für die Europäische Währungsunion wird nicht in Athen stattfinden, sondern 2400 Kilometer weiter westlich: in Spanien. Das ist das Land, das uns die nächsten Jahre in Atem halten wird.

Oft wird argumentiert, Spanien sei nicht wirklich gefährdet, weil die Staatsschulden weniger als 70 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmachen. Leider greift dieses Argument zu kurz. Viel zu kurz. Spanien besitzt alle Ingredienzen für einen toxischen Cocktail: einen überschuldeten Privatsektor, ein marodes Bankensystem, einen aufgeblähten Immobilienmarkt, der noch einen grossen Abwertungsschub vor sich hat, ein chronisch hohes Leistungsbilanzdefizit und eine schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Wie konnte es bloss soweit kommen?

Dazu ein kleiner Rückblick. Spanien war in den frühen Jahren der Währungsunion ein Musterknabe: Zwischen 1999 und 2007 betrug das Haushaltsdefizit im Schnitt 0,4 Prozent des BIP, die Staatsschulden sanken stetig, das Land erfüllte die Maastricht-Kriterien durchwegs (im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich) und wies ein überdurchschnittlich hohes Wirtschaftswachstum aus. Zu sagen, Spanien sei ein notorischer Defizitsünder vom Schlage Griechenlands oder Italiens gewesen, wäre falsch. In den frühen Jahren des vergangenen Jahrzehnts (2002 bis ca. 2005) war das von der Europäischen Zentralbank festgesetzte Zinsniveau viel zu niedrig für Spanien, worauf sich die Wirtschaft des Landes zu sehr erhitzte, das Lohn- und Preisniveau zu rasch stieg und sich eine gewaltige Immobilienblase bildete.

In den Boomjahren bis und mit 2007 erwirtschaftete Spanien zudem ein grosses Defizit in der Leistungsbilanz (vereinfacht gesagt importierte das Land mehr, als es exportierte). Zeitweise war das Leistungsbilanzdefizit in absoluten Zahlen ausgedrückt das zweitgrösste weltweit, nach den USA. Wenn ein Land ein Leistungsbilanzdefizit schreibt, weist es per Definition einen Überschuss in seiner Kapitalbilanz aus; es importiert also Kapital aus dem Ausland.

Genau das ist in Spanien geschehen. In den Boomjahren liefen die Schulden der spanischen Volkswirtschaft aus dem Ruder. Nicht die Schulden des Staates, sondern des Privatsektors, also der privaten Haushalte, Unternehmen und Banken. Und weil kräftig Kapital ins Land floss, landete ein Grossteil dieser Schulden in den Händen ausländischer Gläubiger.

Die Privathaushalte und die Nichtfinanzunternehmen verdoppelten binnen acht Jahren ihren Schuldenstand von 45 auf 85 respektive von 74 auf 137 Prozent des BIP. Der Finanzsektor versiebenfachte seine Schulden von 10 auf 68 Prozent des BIP. Der Staat dagegen baute – vorbildlich – seine Schulden von 63 auf 47 Prozent des BIP ab. Insgesamt wuchs der Schuldenberg, der auf der spanischen Volkswirtschaft lastet, von 192 auf 337 Prozent des BIP. Das ist ein deutlich grösserer Anstieg, als er beispielsweise in den USA zu beobachten war. Es sind die typischen Zeichen eines von billigem Geld getriebenen Immobilienbooms: Banken blähen ihre Bilanzen auf, Haushalte überschulden sich, und im Unternehmenssektor bauen sich die Immobilienentwickler und Baukonzerne gewaltige Schuldenbestände auf.

Das war die Situation, in der sich Spanien im Herbst 2008, vor dem Ausbruch der Finanz- und späteren Wirtschaftskrise, befand. Dann platzte die Immobilienblase. Und das Deleveraging, der grosse Schuldenabbau, setzte ein.

Eine Volkswirtschaft, deren Privatsektor in einem Deleveraging-Zyklus gefangen ist, folgt einer eigenen, speziellen Mechanik. Richard Koo, Chef des Nomura Research Institute in Tokio, prägte dafür den Begriff Balance Sheet Recession (Bilanzrezession): Der Privatsektor – Haushalte, Unternehmen oder beide – besitzt zu hohe Schulden und versucht, diese abzubauen. Schuldenabbau wiederum kann nur über eine Erhöhung der Sparquote, also Konsum- und Investitionsverzicht, geschehen. Wenn die privaten Konsum- und Investitionsausgaben jedoch sinken, sackt die aggregierte Nachfrage im Land zusammen; die Volkswirtschaft kontrahiert. Deleveraging ist ein langwieriger Prozess, er nimmt nach aller historischer Erfahrung Jahre in Anspruch. Spanien ist in diesem Anpassungsprozess noch nirgends: Wie in der obigen Grafik ersichtlich ist, haben die Haushalte ihre Schulden gerade mal von 85 auf 82 und die Unternehmen von 137 auf 134 Prozent des BIP abgebaut.

Und jetzt kommt das wahre Dilemma für Spanien. Eine offene Volkswirtschaft besitzt vier Nachfragekomponenten: Haushalte, Unternehmen, den Staat sowie die Nachfrage von ausserhalb der Landesgrenzen. Die Finanzierungssaldi dieser vier Komponenten müssen sich – das ist eine saldentechnische Identität – auf null summieren. Aktuell befinden sich die spanischen Haushalte und Unternehmen im Deleveraging; sie sparen mehr, als sie ausgeben. Ergo weisen die Finanzierungssaldi dieser zwei Nachfragekreise einen Überschuss aus. Im Handel mit dem Ausland erwirtschaftet Spanien immer noch ein Defizit, was bedeutet, dass das Land in der Kapitalbilanz einen Überschuss aufweist. Mit anderen Worten: Der Finanzierungssaldo der externen Nachfrage ist ebenfalls positiv. Wenn nun diese drei Nachfragekomponenten – Haushalte, Unternehmen und Ausland – einen positiven Finanzierungssaldo aufweisen, dann muss der Finanzierungssaldo des Staates per Definition negativ sein – und zwar in Höhe der Summe der anderen drei Komponenten. Die folgende Grafik, basierend auf Daten von Richard Koo, bestätigt genau dieses Bild:

Desertfighter

5000g Mitglied

  • "Desertfighter" has been banned

Date of registration: Mar 12th 2009

Posts: 9,402

  • Send private message

27

Saturday, March 24th 2012, 6:59pm

Die Grafik zeigt schön, wie der Finanzierungssaldo des Unternehmenssektors (blaue Kurve) aus dem tief negativen Bereich (während der Boomjahre) nach 2008 abrupt ins Plus springt. Dito die privaten Haushalte (rote, gestrichelte Linie). Beide versuchen zu sparen und ihre Schulden abzubauen. Der Finanzierungssaldo der ausländischen Nachfrage liegt schon seit Jahren im Plus – das ist das Spiegelbild der Leistungsbilanzdefizite, die Spanien seit 1999 schreibt. Weil diese drei Saldi im Plus liegen, muss der Finanzierungssaldo des Staates (grüne, gestrichelte Linie) tief im Minus sein. Auch hier ist in Koos Grafik schön zu sehen, wie das Staatsbudget ab 2000 vorbildlich um die Nulllinie schwankte und der Staat von 2005 bis 2007 sogar Überschüsse erwirtschaftete. Nach 2008 sackt die grüne Kurve jäh ab.

Will nun die Regierung von Premier Mariano Rajoy in Madrid das Budgetdefizit verringern, geht das nur, wenn sich die Überschüsse der anderen drei Nachfragekomponenten ebenfalls verringern. Bloss, wie soll das gehen? Das Deleveraging der inländischen Haushalte und Unternehmen hat, wie wir gesehen haben, noch nicht einmal richtig begonnen. Die Haushalte und Unternehmen wollen und müssen ihre Schulden abbauen – sie können nicht gezwungen werden, wieder mehr zu konsumieren und zu investieren. Ähnlich verhält es sich mit dem Aussenhandel: Ein Leistungsbilanzdefizit kann nicht per Stossgebet in einen Überschuss verwandelt werden – schon gar nicht, wenn das Land keine eigene Währung besitzt, die es abwerten kann.

In dieser Situation verlangt nun die Eurogruppe von Rajoy, das Budgetdefizit im Jahr 2013 auf 3 Prozent des BIP zu senken. Schon letzte Woche hatte Rajoy in Brüssel mit der Ankündigung für hohen Blutdruck gesorgt, sein Land werde das für 2012 geforderte Defizitziel von 4,4 Prozent nicht erreichen und stattdessen ein Defizit von 5,8 Prozent des BIP anpeilen.

Spaniens nördliche «Europartner» träumen, wenn sie wirklich glauben, das Land werde das für 2013 gesetzte Defizitziel erreichen. Solange der Privatsektor im Deleveraging-Modus steckt, und solange das Land ein Leistungsbilanzdefizit schreibt, so lange wird auch der spanische Staat ein Defizit erwirtschaften. Das ist pure Arithmetik. Wird der Staat in dieser Situation gezwungen – wie aktuell der Fall –, seine Ausgaben radikal zu kürzen, wird das die Wirtschaft einfach tiefer in die Depression drücken, mit dem Resultat, dass die Haushalte und Unternehmen noch mehr sparen werden. Die Bezeichnung Depression ist heute bereits angebracht: Die offiziell ausgewiesene Arbeitslosenquote Spaniens liegt bei knapp unter 25 Prozent, die Jungendarbeitslosigkeit bei 50 Prozent.

Wir können uns daher über die nächsten Quartale und Jahre an ein Muster gewöhnen: Spaniens Premier wird in Brüssel antraben und verkünden, er habe es leider nicht geschafft, das von den Unionspartnern geforderte Defizitziel zu erreichen. Wieder und wieder und wieder. Und das, während die spanische Volkswirtschaft permanent in der Rezession steht, die Arbeitslosenrate steigt und sich die Staatsverschuldung immer weiter aufbläht.

Bundeskanzlerin Merkel und ihre Kollegen sind offenbar gewillt, ein empirisches Experiment durchzuführen: Was geschieht, wenn ein Land mit einer maroden Bankenlandschaft und einem überschuldeten Privatsektor, der mitten in einem mehrjährigen Deleveraging-Prozess steckt, in eine Depression gedrückt wird? Wir werden es sehen. Es wird brutal werden.

Ach ja, fast hätten wirs vergessen. Sie erinnern sich: Zu Beginn dieses (zugegebenermassen mittlerweile recht langen) Textes haben wir erwähnt, dass ein Grossteil der spanischen Schulden in der Hand ausländischer Gläubiger liegt. Für diese Gläubiger dürften die kommenden Jahre unschön werden. Dank den Zahlen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wissen wir auch grob, wo diese Gläubiger sitzen: 51 Milliarden Dollar an spanischen Schulden liegen demnach in Grossbritannien, 187 Milliarden in den USA, 224 Milliarden in Frankreich und 244 Milliarden Dollar in – surprise, surprise! – Deutschland. Ob Frau Merkel sich dessen bewusst ist?

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindth…egt-in-spanien/

:!: :!: :!:

Rostu

1000g Mitglied

Date of registration: Oct 22nd 2007

Posts: 1,019

Location: Tora Bora

Occupation: Jäger und Sammler

  • Send private message

28

Sunday, March 25th 2012, 11:36am

Als stolzer Spananier würde ich es doch gar nicht einsehen, daß den Grekos die Schulden erlassen werden und man selbst aber rückzahlen soll, bis die Schwarte kracht. Wieso sollten Spanier, Portugisen etc. das tun? Hier könnte doch mal die neue Göttin Gleichbehandlung ein gutes Werk tun....
Joh. 19, 22

"Als der Teufel das Geld erfunden hatte, konnte er sich getrost zur Ruhe setzen."

blackpearl

1000g Mitglied

Date of registration: May 8th 2010

Posts: 2,093

Location: EUDSSR

  • Send private message

29

Sunday, March 25th 2012, 6:21pm

Gestern kam im Bayrischen Rundfunk eine interessante Sendung über Aufstieg und Untergang der Fugger.
Die wurden rasiert, weil ihre enormen Forderungen an Maximilian I. und vor allem an den spanischen Staat von selbigen niemals mehr rückzahlbar waren.

Andere Kaufleute und Bankiers unkten damals schon, dass der Reichtum der Fugger längst verschwunden und nur noch eine Luftnummer ist.

Und dann kam der spanische Staatsbankrott :thumbsup:
"Transferleistungen innerhalb der Euro-Zone sind so absurd wie eine Hungersnot in Bayern."

--Jean-Claude Juncker, 1998

Di=a!na

1000g Mitglied

  • "Di=a!na" started this thread

Date of registration: Sep 1st 2010

Posts: 3,847

  • Send private message

30

Sunday, March 25th 2012, 9:50pm

Die Judenvertreibung im Spanien des 15. Jahrhunderts (entweder christlich werden - war aber auch gefährlich - oder das Land ohne Hab und Gut verlassen) fand auch statt, nachdem sich die spanische Krone so viele Goldstücke bei einem jüdischen Geldverleiher geliehen hatte, dass sie es nicht mehr zurück zahlt konnte/wollte ....... "Lösung": Religion einschalten (Inquisition......) Minimalpreise für das zwangsweise verkaufte Hab und Gut zahlen, nur einen Bruchteil des Geliehenen zurück zahlen..... im Zweifelsfalle Volksfeste mit Namen "Verbrennen von Ungläubigen und Ketzern"........ etc. etc. etc. - Die Krone war dann sehr schnell entschuldet........ und das ganze lief unter "religiösen Exzessen". Spannend geschildert von Noah Gordon in "The Last Jew".

Großbritannien, Frankreich, Spanien...... haben lange von ihren Kolonien gelebt. Wenn das nicht mehr geht, dann ist die Umstellung schwer..... Na ja..... ersatzweise kam dann die EU.

Das Riesenproblem in Spanien ist, dass keine echte Industrie aufgebaut worden ist.......... außer der Bauwirtschaft...... aber die war auch nicht innovativ. Die jungen Leute sind ohne große Schulbildung oder Ausbildung auf den Bau gegangen und haben dort z.T. SEHR viel gearbeitet.......... NUR weiter bauen können die jetzt auf keinen Fall..... Wer soll es kaufen, wer soll ihnen die Kredite für weiteres SCHLECHTES Bauen geben...... die deutschen Banken werden sich nicht mehr trauen, 130 % Kredit für irgendwelche windigen Appartements zu geben. Und dann hast du ohne lange nachzudenken gleich 50 % Jugendarbeitslosigkeit.....

Was soll man da machen, in dem Land? Es hing alles an der Bauwirtschaft, am Konsum..... und am Tourismus...... alles nicht soooooo hochwertig, dass es die wahnsinnigen Mond-Preise gerechtfertigt hätte.

Die Landwirtschaft treibt Raubau, die Golfplätze entziehen dem Land und den Bauern das dringend benötigte Wasser. Prinzipiell hätten sich gut ausgebildete Studenten mit solchen Problemen beschäftigen müssen...... und dann natürlich...... die Korruption.....

Wer denkt, dass es da eine "simple" Lösung über "Geldtransfer" geben würde, der hat das Problem nicht verstanden.......... GELD nützt nixxxx...... solange es nur für KONSUM ausgegeben wird.
Lieber Gott, lass Hirn regnen!